Lettland und Litauen Reisebericht
Acht Tage, zwei Länder, vier Städte – und mehr Hausmannskost, als unser Bauch verkraftet hat. In diesem Lettland-und-Litauen-Reisebericht nehmen wir dich mit nach Riga, Vilnius, Kaunas & Trakai. Zwischen Jugendstilfassaden, Markthallen in alten Zeppelin-Hangars und entspannten Parks zeigt sich das Baltikum als perfekte Mischung aus Städtetrip und Mini-Rundreise. Dazu gibt’s unsere Route, ehrliche Tipps, Kostenübersicht – und natürlich den Snack, den wir nie wieder vergessen werden: frittiertes Knoblauchbrot mit Käsesoße.
Route auf einen Blick
Einmal quer durchs Baltikum in nur acht Tagen? Geht klar. Unsere Route war entspannt machbar, hatte genug Zeit für Highlights – und trotzdem den richtigen Mix aus Städten, Ausflügen und kleinen Überraschungen. Hier siehst du die Etappen im Überblick:
| Tag | Etappe | Highlights | Transfer |
|---|---|---|---|
| 1 | Anreise → Riga | Altstadt ankommen, erster Rundgang | Flug → Bus 22 in die City |
| 2 | Riga | Markthallen, Altstadt, Jurmala Strand | Zug Riga → Jurmala ca. 30 Minuten |
| 3 | Riga | Jugendstil (Alberta iela), Petri-Turm, Riesenrad | ÖPNV / zu Fuß |
| 4 | Riga → Vilnius | Flixbus, erster Abend in Altstadt, Uzupis | Bus ca. 5 Stunden |
| 5 | Vilnius | Gediminas-Turm, Kalnai-Park, 3 Kreuze, Food Tour | ÖPNV / zu Fuß |
| 6 | Trakai (Tagestrip) | Wasserburg, Holzhaus-Gassen | Bus ca. 60 Minuten |
| 7 | Kaunas (Tagestrip) | Burg, Altstadt, georgisches Essen | Zug ca. 1,5 Stunden |
| 8 | Abreise → Dortmund | Frühstück, Rückflug | Bus / Flug |
Reisebericht – so lief’s bei uns
Tag 1 – Anreise nach Riga
Los ging’s mit dem typischen Reisestart: Zug, Flughafen, Schlange vorm Gate – das Übliche eben, das wohl zu jedem Trip dazugehört. Am späten Abend landeten wir schließlich in Riga, Rucksack geschultert, raus aus dem Terminal und direkt in die Buslinie 22 Richtung Innenstadt. Preiswert, unkompliziert und schneller als gedacht.
Ein kurzer Zwischenstopp im Supermarkt (unsere Zahnpasta hatte die 100-ml-Regel natürlich wieder mal nicht überlebt), dann ab ins Hotelbett. Viel gesehen haben wir an diesem ersten Abend nicht – aber egal. Der zweite Tag konnte kommen, und Riga wartete schon mit vollem Programm.
Tag 2 – Riga entdecken: Altstadt, Markthallen & Meer
Der erste Morgen in Riga begann kalt, aber sonnig – perfektes Sightseeing-Wetter. Zum Frühstück ging’s ins Café Mīkla in der Altstadt: Pistaziencroissant, Mandelcroissant, starker Kaffee – unser Himmel auf Erden, wenn auch nicht gerade der günstigste.
Gestärkt streiften wir durch die Altstadt: vorbei am Freiheitsdenkmal, über den Rathausplatz, hinein in enge Gassen bis zur Petri-Kirche. Für 9 € ging’s auf den Turm – 360°-Ausblick inklusive. Riga von oben? Unbedingt machen.
Richtig geflasht hat uns aber der nächste Stop: die Markthallen von Riga, untergebracht in ehemaligen Zeppelin-Hangars. Heute ist es der größte Markt Europas – und genau so fühlt es sich auch an. Fleisch, Fisch, Streetfood, Kleidung, Obst und Blumen – alles bunt, trubelig und absolut sehenswert.
Zum Mittag gab’s im Lido deftige lettische Hausmannskost im Selfservice-Stil: volle Teller, kleiner Preis, glücklicher Bauch. Danach nahmen wir den Zug nach Jurmala – dem Strandort direkt bei Riga. Die 30 Minuten Fahrt kosteten gerade mal 1,50 €. Windig und eisig kalt war’s am Meer, aber das Salz in der Luft hat sich trotzdem nach Urlaub angefühlt.
Zurück in Riga ging’s – Überraschung – nochmal kurz in die Markthallen. Bier, Teigtaschen, ein bisschen Letten-Feeling im Alltag. Am Ende des Tages waren wir uns sicher: Riga ist eine Stadt, die man sofort ins Herz schließt.
Tag 3 – Jugendstil, Kirchtürme & Bierverkostung
Tag drei startete sonnig – aber mit knackigen sechs Grad. Also dick eingepackt und erstmal Frühstück bei Big Bad Bagels: große Portionen, viel Auswahl, richtig lecker. Perfekter Start in den Tag.
Danach führte uns der Weg in die Alberta Iela, die wohl schönste Jugendstil-Straße Rigas. Fassaden voller Schnörkel, Gesichter und Figuren – Kamera raus, Köpfe in den Nacken, Staunen garantiert. Architektur-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten.
Ein Abstecher über die Brücke brachte uns zur Holy Trinity Kirche – ein eher ruhiger Spot abseits der Touristenpfade, aber fotogen und gemütlich. Anschließend stand das Riesenrad auf dem Plan. Für 17 € kein Schnäppchen, aber der Blick über die Stadt hatte schon was. Ob’s ein Must-Do ist? Muss jeder selbst entscheiden.
Zurück in der Altstadt spazierten wir noch zu den Drei Brüdern, dem ältesten Häuserensemble der Stadt. Überhaupt ist Riga ein Paradies für Fotografen: Kopfsteinpflaster, schmale Gassen, warmes Licht – die Stadt wirft einem ständig neue Fotomotive vor die Linse.
Abends gab’s einen Snack in den Markthallen und danach eine kleine Bierverkostung. Und ja – auch ein Reisebericht darf ehrlich sein: manchmal endet so ein Tag dann eben mit einem Sprint zurück ins Hotel, weil die Blase dringender war als der letzte Schluck. Riga eben – fotogen, lecker, manchmal unberechenbar.
Tag 4 – Von Riga nach Vilnius & ein kulinarischer Schockmoment
Nach drei Tagen Riga war es Zeit für den Tapetenwechsel. Zum Glück liegt der Busbahnhof direkt neben den Markthallen – was bedeutet: perfektes Frühstück to go. Frisches Brot, ein paar Snacks und kalte Drinks im Gepäck, dann ab in den Flixbus nach Vilnius. Die Fahrt? Entspannt, fünf Stunden durch grüne Landschaften, und schon waren wir in Litauen.
Unser Apartment in Vilnius lag etwas außerhalb der Altstadt, aber super gemütlich und stylisch eingerichtet. 30 Minuten Fußweg ins Zentrum? Kein Problem. Also los, erster Spaziergang durch die Stadt.
Und der erste Eindruck: Vilnius fühlt sich ganz anders an als Riga. Während Riga eher wie Paris im Sowjet-Look wirkt, hat Vilnius etwas Südeuropäisches – offene Plätze, mediterranes Flair, entspannte Stimmung. Uns hat’s direkt gefallen.
Wir liefen bis zum Kathedralenplatz, schauten am Rathaus vorbei und entdeckten das digitale „Tor“, das Livestreams aus Partnerstädten wie Lublin zeigt – ein bisschen schräg, aber irgendwie auch ziemlich cool. Zum Sonnenuntergang ging’s noch ins kreative Uzupis-Viertel, das alternative Herz von Vilnius.
Doch dann kam der Schockmoment: Rosys E-Mail- und Instagram-Accounts wurden gehackt. Stimmung kurz im Keller, aber gemeinsam haben wir’s wieder hingebogen. Und weil auf Schock auch Trost folgen muss, endete der Abend im Restaurant Senoji Trobelė – und mit einer Entdeckung, die wir nie wieder vergessen: frittierte Brotscheiben mit Knoblauch-Käsesoße. Klingt simpel, schmeckt aber wie ein kulinarisches Weltwunder. So gut, dass wir sicherheitshalber gleich nochmal wiedergekommen sind.
Tag 5 – Vilnius von oben & frittierte Geschmacksexplosionen
Der Tag startete gesund – zumindest theoretisch. Wir suchten uns ein schickes, veggie-freundliches Café, das stylisch eingerichtet war und richtig gutes Frühstück servierte. Rosy happy, ich hungrig – meine Portion war eher Vorschulkinder-tauglich. Aber nach dem Kalorienmassaker vom Vorabend ging das schon klar.
Gestärkt (oder auch nicht) machten wir uns auf zur Altstadt und rauf auf den Gediminas-Turm. Von oben gibt’s den Postkartenblick über Vilnius: rote Dächer, Kathedrale, Fluss – einfach schön. Direkt daneben liegt der Kalnai Park, also dachten wir: mitnehmen. Der kurze, knackige Aufstieg zu den drei Kreuzen hat die Waden zwar kurz meckern lassen, aber der Blick von oben war es wert: viel Grün, Ruhe, Vogelgezwitscher.
Mittags verschlug es uns zurück nach Uzupis, wo wir Kartoffelpuffer, ein Kebab-Sandwich und die berühmte kalte Rote-Bete-Suppe bestellten. Sieht aus wie ein pinker Smoothie, schmeckt aber erstaunlich gut – Litauen kann halt auch fancy.
Doch das wahre Highlight kam am Nachmittag: Ceburekai. Aber nicht einfach so. Hier bekommst du ein frittiertes UFO auf den Teller – ein aufgeblasener Teigballon, prall gefüllt nach Wunsch. Kein Besteck, keine Gabel – stattdessen Einmalhandschuhe zum Essen. Sah absurd aus, schmeckte unfassbar gut. Fettig? Ja. Übertrieben groß? Auch ja. Aber ein Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen.
Tag 6 – Trakai im Regen & kulinarische Wiederholungstäter
Ein Tagesausflug nach Trakai stand auf dem Plan – die berühmte Wasserburg mitten im See, hübsche Holzhäuser drumherum, klang eigentlich perfekt. Nur leider hatte das Wetter andere Pläne: Dauerregen. Wir zogen buchstäblich alles übereinander, was im Rucksack war, und stapften los.
Vor Ort hörte der Regen zwar auf, aber der erste Eindruck war gemacht. Die Burg selbst? Nett, keine Frage. Schöne Lage, interessante Bauweise – aber so richtig vom Hocker gehauen hat sie uns nicht. Viel spannender fanden wir die kleinen Holzhäuser entlang der Straße vor der Burg. Da entstanden dann auch die besten Fotos des Tages, bevor wir mit einem Kleinbus wieder zurück nach Vilnius tuckerten.
Zurück im Apartment hieß es erstmal: Heizung aufdrehen, heiße Dusche, Klamotten trocknen. Danach war klar: wir brauchen Comfort Food. Und wenn man schon weiß, wo’s richtig gut ist, geht man eben wieder hin. Also: zurück ins Senoji Trobelė.
Diesmal gab’s die volle Bandbreite:
- Für mich Kartoffelbrei mit Sauerkraut und Würstchen – litauische Seele in Schüssel-Form.
- Für Rosy die berühmten Cepelinai (diesmal vegetarisch).
- Und als Dessert? Natürlich wieder die frittierten Brotsticks mit Knoblauch-Käsesoße. Immer noch kriminell gut.
Zum Abschluss noch ein litauischer Espresso Martini – deutlich besser als mein eigener Versuch an Tag 1. Übung macht den Meister.
Tag 7 – Tagesausflug nach Kaunas: Burg, Bräuche & Baumkuchen
Für unseren letzten vollen Tag stand Kaunas auf dem Programm – Litauens zweitgrößte Stadt. Mit dem Zug ging’s in unter zwei Stunden entspannt und pünktlich von Vilnius ins Zentrum. Schon die Fahrt selbst war ein kleines Highlight: grüne Landschaften, kleine Dörfer, richtig entspannt.
In Kaunas angekommen, wurden wir direkt positiv überrascht. Die Stadt ist kleiner und ruhiger als Vilnius, hat aber jede Menge Charme. Breite Alleen, bunte Häuser und eine entspannte Stimmung machen den Bummel angenehm leicht. Besonders die Kaunas Castle mit ihren roten Ziegeln, Burggraben und angrenzendem Park war bei strahlendem Sonnenschein ein echtes Highlight.
Ein kleiner Dämpfer: Der Hauptplatz der Stadt war komplett abgesperrt – Bauzäune, Kräne, Baustellenlärm. Schade, denn gerade hier hätte Kaunas sicher noch mehr Flair gezeigt. Aber auch abseits davon gab’s viel zu entdecken.
Kulinarisch gönnten wir uns diesmal einen Abstecher in die georgische Küche – und wow: Frisches Khachapuri, würziges Fleisch, Kräuter ohne Ende. Wenn man Abwechslung zur litauischen Kost sucht, ist Georgisch definitiv eine sehr gute Idee.
Für den Rückweg deckten wir uns noch im Supermarkt mit ein paar Souvenirs ein:
- Sakotis – der litauische Baumkuchen, der aussieht wie ein stacheliger Weihnachtsbaum und schmeckt nach Waffel trifft Butterkeks.
- ein paar lokale Biere.
- und – warum nicht – Somersby.
Zurück in Vilnius ließen wir den Abend gemütlich im Apartment ausklingen. Ein bisschen sentimental war’s schon – das Baltikum hatte uns wirklich überrascht und begeistert.
Tag 8 – Abreise & Fazit
Der letzte Tag verlief fast verdächtig reibungslos. Koffer packen, ein letztes Frühstück, dann mit der Bahn zum Flughafen. Und Vilnius hat uns dabei noch einmal überrascht: Kaum Wartezeiten, alles übersichtlich, vom Eingang bis zum Gate keine 20 Minuten. Ein Flughafen zum Liebhaben – wer hätte das gedacht?
Ein letzter Espresso Martini (diesmal nicht selbst gemixt), ein Blick auf die Anzeigetafel – und schon saßen wir im Flieger zurück nach Dortmund.
Fazit unseres Lettland- und Litauen-Reiseberichts
Wir sind ohne große Erwartungen losgeflogen – und kamen mit vollen Herzen, vollen Bäuchen und noch volleren Speicherkarten zurück.
Riga & Vilnius – zwei Städte, zwei Welten
Riga mit Jugendstil, Altstadt und Markthallen, die wir am liebsten importiert hätten. Vilnius mit entspanntem Flair, kreativen Vierteln und viel Grün drumherum. Zwei Städte, die sich perfekt ergänzen.
Essen – durchgehend ein Highlight
Von deftiger Hausmannskost im Lido über rosa Rote-Bete-Suppe bis zu den legendären frittierten Brotsticks mit Knoblauch-Käsesoße – wir haben uns einmal quer durchs Baltikum geschlemmt.
Reisen – easy & günstig
Ob Zug, Bus oder Flix: alles günstig, zuverlässig und komfortabel. Genau richtig für eine kleine Rundreise ohne Stress.
Fotogenik-Level: hoch
Kopfsteinpflaster, Burgen, Jugendstil, Parks und immer wieder überraschende Ecken – perfekt für die Kamera und fürs Kopfkino.
Kurz gesagt: Wenn du Lust auf Kultur, gutes Essen, entspannte Städte und eine Portion Überraschung hast – das Baltikum ist die perfekte Mischung aus Städtereise und Kurz-Rundtrip. Mach’s!
PEDRO’S PRO-TIPP
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